Realisierungswettbewerb

„Schulzentrum in den Sandwehen“

 

Seit vielen Jahren wird es beschworen: Der Königsweg zur Energieeffizienz führt nur über die energetische Sanierung! Doch nicht nur in Veröffentlichungen, auf Kongressen oder in der Lehre an den Hochschulen, auch im Wettbewerbswesen wird eifrig über spektakuläre Neubauaufgaben nachgedacht, geforscht, berichtet, und gestritten. Die Beschäftigung mit dem Bauen im Bestand wird – wenn überhaupt- nur stiefmütterlich behandelt. Einen neuen Weg beschritten hat die Bremer Energie-Konsens mit der Auslobung eines Wettbewerbes, der ganz ausdrücklich das Thema „Energieeffizienz durch Sanierung“ in den Mittelpunkt stellt.

Die Aufgabe:

Das Sekundarstufen-I-Schulzentrum „In den Sandwehen“ in Bremen-Blumenthal besteht aus verschiedenen ein- bis viergeschossigen Gebäuden, einer Turnhalle sowie einer separaten Heizzentrale und Hausmeistergebäude. Die Gebäude umfassen ca. 7.000 qm Bruttogeschossfläche (BGF). Wegen der Schäden an Bauteilen ist eine umfängliche Sanierung vom Bremer Senat beschlossen worden, dabei wurden auf Grund der sehr engen Haushaltslage klare Festschreibungen der zur Verfügung stehenden Investitionsmittel festgelegt. Im Rahmen des Wettbewerbes sollte unter Wahrung der finanziellen Rahmenbedingungen eine energetisch effiziente Lösung für die anstehenden Sanierungsaufgaben gefunden werden. Das ehrgeizige Ziel ist eine Sanierung, die den Anforderungen entspricht, wie sie in der Energieeinsparverordnung für einen heute errichteten vergleichbaren Neubau nachzuweisen sind. Gesucht wurden innovative, aber pragmatische Lösungen für die zwingend notwendigen Sanierungen von Dach und Fassaden sowie die Erneuerung der Heizungsanlage in einem energetisch optimierten Gesamtkonzept, in dem ökologische, architektonische und wirtschaftliche Ziele gleichberechtigt nebeneinander stehen. Ziel ist die energieeffiziente, gesunde und auch in Zukunft finanzierbare Schule. Geänderte soziale und pädagogische Rahmenbedingungen machen eine Schulerweiterung notwendig, um in Zukunft auch im Ganztagesbetrieb unterrichten zu können.

Integrale Planung als Wettbewerbsvoraussetzung:

Eine weitere Neuerung bei diesem Wettbewerb: Architekten und Ingenieure für Haustechnik und Bauphysik mussten von Anfang an bei diesem Wettbewerb zusammenarbeiten, die integrale Planung in Form einer Arbeitsgemeinschaft ist unabdingbare Voraussetzung zur Teilnahme. Damit entsprach die Wettbewerbsaufgabe insbesondere dem Anliegen der Energieeinsparverordnung von 2002, nach der Energieeffizienz durch Reduzierung des Primärenergiebedarfs in Kombination aus baukonstruktiven wie haustechnischen Komponenten nachzuweisen ist. Erst das Zusammenspiel zwischen Bautechnik und Haustechnik ermöglicht die energetisch effiziente und wirtschaftlich realisierbare Lösung.

Übertragbarkeit/ know-how-Transfer:

In den 70er Jahren wurde eine Vielzahl von Schulen gebaut, die in den kommenden Jahren einer grundlegenden Sanierung bedürfen. Die Alterung von Bauteilen, aber auch neue Erkenntnisse und veränderte pädagogische Konzepte, Ansprüche an Energieeffizienz, Schadstoffminimierung, Reduzierung von Unterhaltungsaufwand und –kosten führen notwendig zu einer intensiven Beschäftigung mit Sanierungskonzepten. Im Rahmen des Wettbewerbes sollen kreative Lösungen gefunden werden, aus denen sich konzeptionelle Ansätze, baukonstruktive Verfahren und interdisziplinäre technische Lösungen für andere Gebäude in Bremen und den anderen Bundesländern ableiten lassen. Im Rahmen der Bremer Impulse: Bauen + Energie sollen sowohl die Ergebnisse aus dem Wettbewerb, als auch die Umsetzungsschritte in der Bauphase in Publikationen und Vor-Ort-Seminaren an ein breites Publikum vermittelt werden.

Teilnehmer:

Um die Teilnahme am Wettbewerb bewarben sich rund 70 Architekten/innen aus Bremen und Bremerhaven, von denen 20 zur Teilnahme ausgelost wurden. Hinzu kamen noch fünf Architekten/innen von außerhalb Bremens. Insgesamt wurden schließlich 19 Arbeiten zum Wettbewerb eingereicht.

Preisträger

Mit dem ersten Preis wurde der Beitrag des IBUS Architektenbüros (Prof. Ingo Lütkemeyer) und des Ingenieurbüros BLS Energieplan ausgezeichnet. „Der erste Preis besticht durch ein sehr klares Konzept, das die schwierigen Aufgabenstellungen bewältigt: Respekt vor dem bestehenden Gebäude, behutsame Weiterentwicklung und dabei eine markante Verbesserung von Funktion und Gestalt, ein im Rahmen des Budgets realisierbares Konzept der energetischen Sanierung,“ begründete der Jury-Vorsitzende, der Kasseler Professor Manfred Hegger, die Entscheidung. Die Qualität der Siegerarbeit hat die Jury so überzeugt, dass sie ihr den ersten Preis verliehen und auf die Vergabe eines zweiten Preises verzichtet hat, um ihre herausragende Position zu dokumentieren.

 

Als eines der ersten Gebäude der Stadtgemeinde Bremen wurde die Schule IS In den Sandwehen in den Gebäudefundus der Solardachbörse Bremen aufgenommen. Die Solardachbörse ist eine Initiative des Senators für Bau, Umwelt und Verkehr in Bremen und der Bremer Energie-Konsens. Ziel des Projektes ist es, Eigentümer von Dachflächen und potentielle Investoren zusammen zu bringen.

Oberschule In den Sandwehen | Neuenkirchener Weg 119-121 | 28779 Bremen