Auszug aus der monatlich erscheinenden Zeitschrift der Bremer Handelskammer

"Wirtschaft in Bremen", Ausgabe 1, 2002

 


Die Handelskammer Bremen vergab den ersten Bremer Schulpreis für das Projekt „Sandcafé“ des Schulzentrums In den Sandwehen.

"Bildungspolitik ist eindeutig auch Standortpolitik." Präses Dr. Dirk Plump

Mit einer Verstärkung der Aktivitäten für eine moderne Bildungspolitik startet die Handelskammer in das Jahr 2002. Bei einem Pressegespräch stellten Präses Dr. Dirk Plump, Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger und Karlheinz Heidemeyer, Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung, die grundsätzlichen Forderungen der Kammer vor, um das Bremer Bildungssystem fit für die Zukunft zu machen. Ziel der Initiative ist es, möglichst kurzfristig Verbesserungen für das Bildungssystem in Bremen zu erreichen und den beginnenden Reformprozess tatkräftig zu unterstützen. Diese seit Jahren von der Handelskammer geleistete Arbeit erhält durch die jüngste Veröffentlichung der Schulleistungsstudie PISA weiteren Antrieb. „Bildungspolitik ist eindeutig auch Standortpolitik“, sagte Dr. Plump. Den Auftakt der Initiative bildete die Verleihung des ersten Schulpreises der Handelskammer an das Schulzentrum In den Sandwehen (Bremen- Nord). Der mit 3.000 Mark dotierte Preis wird für das Projekt „Sandcafé“ vergeben – eine Cafeteria und Veranstaltungsbewirtschaftung, die von einer zehnten Hauptschulklasse in Eigenregie am Schulzentrum entwickelt und ein Jahr lang betrieben wurde und die es heute noch gibt. Die damalige Abschlussklasse – insgesamt 18 Schülerinnen und Schüler aus Familien unterschiedlicher nationaler Herkunft – hatten das „Sandcafé“ im Oktober bei den Gründertagen 2001 vorgestellt. Betreut von zwei Lehrerinnen, zeigt dieses Projekt nach Auffassung der Handelskammer den außergewöhnlichen Willen einer Abschlussklasse, in kleinem Rahmen die Bedingungen wirtschaftlicher Selbstständigkeit  zu erproben und eine Firma zu gründen. Der Bremer Schulpreis stellt die Landesauswahl des IHK-Schulpreises der Arbeitsgemeinschaft norddeutscher Industrie- und Handelskammern dar, der ebenfalls jährlich vergeben wird. Die Bremer Preisträger haben damit die Chance, auch auf norddeutscher Ebene erfolgreich zu sein. Unterrichtsfach Wirtschaftslehre“ Als grundsätzliche politische Forderungen der Handelskammer nannte Präses Dr. Plump die Einführung eines eigenen Unterrichtsfaches „Wirtschaftslehre“ und die Stärkung beruflich orientierter Gymnasien: „In Bremen wurde dieser Weg vor anderthalb Jahren mit dem Beruflichen Gymnasium Wirtschaft eingeschlagen und wird in 2002 mit der Einrichtung des Beruflichen Gymnasiums Technik und des Beruflichen Gymnasiums für Gestaltung und Multimedia fortgesetzt“, sagte der Präses. Ziel müsse jetzt die Einführung der doppeltqualifizierenden einjährigen Berufsfachschule und die Beibehaltung der zweijährigen höheren Handelsschule sein. Als weitere konkrete Projekte nannte Dr. Plump das neu ins Leben gerufene Angebot von Betriebspraktika für Lehramtsstudenten als Ergänzung zu dem bereits bestehenden und erfolgreichen Angebot für Lehrer. Die Handelskammer arbeitet dabei mit der Kammer-Arbeitsgemeinschaft Bildung (KAB) und der Universität Bremen zusammen: „Schon im Vorfeld ist dieses Angebot auf größtes Interesse gestoßen.“ In Abstimmung mit dem Verein „Bremer Schuloffensive 2000“ und dem Bildungssenator wird die Handelskammer außerdem Schulpatenschaften und Stiftungssponsoring fördern mit dem Ziel einer engeren Zusammenarbeit von Unternehmen und Schulen. Dazu kündigte der Kammer-Präses eine Auftaktveranstaltung Ende Januar 2002 an.

 

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