Chronik

Veränderte Bildungspolitik - Öffnung neuer Handlungsspielräume


Seit Beginn der 90er Jahre wurde die Schule verstärkt mit neuen Leitideen einer „guten Schule“ konfrontiert. Hier beginnt auch die Entwicklungschronik der Schule, denn viele Kolleginnen und Kollegen sowie die Eltern der Schule hatten sich auf diese Herausforderungen eingelassen, die vor allem bedeuteten, sich mit tradierten Inhalten, Methoden und Strukturen auseinander zu setzen und bereit zu sein, Veränderungen vorzunehmen. Dies war allerdings nur vor dem Hintergrund eines Paradigmenwechsels in der Bildungspolitik möglich, der durch den Willen der Schulbehörde gekennzeichnet war, staatliche Regulierungen abzubauen, die Richtliniendichte zurückzunehmen sowie curriculare Entscheidungen an die Schule zu delegieren. Mit der Öffnung größerer Handlungsspielräume wurde auch eine größere Verantwortung für die Qualität von Schule in die Zuständigkeit des Kollegiums und der Eltern gelegt.

 

Nachhaltige Impulse

Die folgenden Impulse hatten einen nachhaltigen und bis heute wirkenden Einfluss auf die Qualitätsentwicklung:

• Das Bremer Schulgesetz von 1994 stellte die Weichen für die Schulprofilentwicklung. Hier geht es darum, das Lernangebot der Schule insgesamt so zu gestalten, dass daraus ein individueller Akzent im Bildungsangebot der Schule erkennbar wird. Bereits seit 1993 hat sich die Schule mit der Entwicklung eines ökonomischen/ gesellschaftlichen Profils im Stadtteil etabliert. Das Kollegium plant, die Profile zu auszubauen.

• Eine grundsätzliche Neugestaltung des Unterrichts und des gesamten Schullebens wurden 2001 durch die „Pädagogischen Leitlinien für die Sekundarstufe I“ sowie durch die neuen offen gestalteten Fachrahmenpläne eingeleitet. Die Orientierung nicht nur auf die Vermittlung fachbezogener Kompetenzen, sondern darüber hinaus auch auf methodische und soziale Fähigkeiten und auch der Blick auf die personale Förderung der Schülerinnen und Schüler sind zentrale Anliegen. Sie sind nicht mit traditionellem Unterricht vereinbar, da sie hinsichtlich der Vermittlung strategischen und auch gemeinsamen Lernens neue Maßstäbe setzen. Sie werden sicher längerfristig noch Thema von Qualitätsentwicklung sein.

• Im Anschluss an den PISA-Test von 2002 gerieten sogenannte Arbeitsfelder“ in den Mittelpunkt der Betrachtung, von deren Bearbeitung sich die Bildungspolitiker vor allem eine Verbesserung der Schulleistungen versprachen. Die Koalition benannte explizit die Qualitätssteigerung des Unterrichts durch eine verbesserte Methodik und Didaktik, die Stärkung der Motivation sowie den Ausbau des Qualitätsmanagements und verstärkte Leistungskontrollen (8.9.02). Die PISA-Ergebnisse hatten vor allem zur Folge, dass verstärkt über zu erreichende „Standards“ diskutiert wurde, die in die Rahmenpläne aufgenommen werden sollten.

• Als Folge von PISA musste sich die Schule auch mit strukturellen und organisatorischen Veränderungen auseinandersetzen. Die Orientierungsstufe und einzügige gymnasiale Abteilungen sollten abgeschafft, durchgängige Gymnasien sowie eine neue Sekundarschule eingerichtet werden. Mit der Entscheidung aller Gremien der Schule, das Schulzentrum in eine Ganztagsschule und Integrierte Stadtteilschule umzubauen, wurde die inhaltliche und methodische Weiterentwicklung der Schule – die Schulprofilentwicklung, die Qualitätsentwicklung des Unterrichts, die Neuordnung des Schullebens u.a. – auf ein neues Ziel hin orientiert.

 

1994 - 1998: Nutzen curricularar Handlungsspielräume

1994 begann eine Gruppe von Lehrerinnen und Lehrern aus der Hauptschule, das Arbeitslehre-Curriculum zu überarbeiten. Impuls war ein neuer Rahmenplan, der den Schulen nun nicht mehr detailliert vorgab, was im einzelnen gelernt werden sollte, sondern der ein didaktisches Konzept beschrieb, das von den einzelnen Schulen vor dem Hintergrund ihrer Möglichkeiten gestaltet und umgesetzt werden sollte.


Ergebnis dieser Arbeiten war ein auf die Schule angepasster Lehrplan einschließlich exemplarischer Handreichungen für den Unterricht, Einführen der Betriebserkundungswoche und des Orientierungs- und Berufspraktikums, Einrichten einer Schülerfirma sowie ein Wahlpflichtangebot in der 10. Klasse. Ein wichtiges Ergebnis war ein offener, aus der Situation des „Einzelkämpfertums“ gelöster Umgang der Kolleginnen und Kollegen miteinander und damit ein Schritt zur Teamarbeit.  

 

1998 - 2000: Beginn der Schulprofilentwicklung

1998 wurde von den Kolleginnen und Kollegen aus dem Gymnasium die Idee der arbeitsorientierten Bildung aufgegriffen und der Beschluss gefasst, für den gymnasialen Bildungsgang stärker ökonomische Themen aufzugreifen und im Rahmen der Einrichtung eines neu zu schaffenden „Wahlpflichtbereichs Wirtschaft“ umzusetzen. In Arbeitsgruppen wurden konkrete Angebote für die Schülerinnen und Schüler erarbeitet, in denen fächerübergreifende Akzente (themenbezogene Angebote mit ökonomischem Schwerpunkt) und schüler- bzw. handlungsorientierte Lernformen unter besonderer Berücksichtigung außerschulischer Lernorte standen.

Angeregt durch diese Aktivitäten startete 1999 eine Arbeitsgruppe aus dem Realschulbereich und entwickelte Ideen zur Neugestaltung des Unterrichtsangebotes im Wahlpflichtbereich. Neben dem Angebot, Französisch oder Spanisch zu erlernen, sollte ein vergleichbar anspruchsvolles Lernangebot stehen. Dazu wurden neue Curricula für Business English und für Wirtschaftsmathematik erarbeitet, die als verpflichtende Wahlmöglichkeit neben das Fremdsprachenangebot gestellt werden sollten.

Insbesondere sollten aber auch deutlichere Akzente in der Berufsorientierung und der Hinführung der Schülerinnen und Schüler der Realschule an Fragen zur Erwerbstätigkeit und Lebensplanung gesetzt werden. Hier wurden nun – vergleichbar mit dem didaktischen Ansatz der Kolleginnen und Kollegen aus dem Gymnasium (s.o.) – neue Unterrichtseinheiten entwickelt. Vorgesehen dafür war ein neu zu schaffender Wahlpflichtbereich II.

Aus diesen Arbeitsergebnissen wurden bereits die ersten Konturen eines Schulprofils sichtbar:

das Lernen in und für die berufliche Praxis, Lernen in der Schülerfirma, themenorientiertes bzw. projektorientiertes Lernen, Lernen in arbeitsorientierten Lehrgängen sowie Lernen in Kooperation mit Betrieben. 

 

Fachtage 2000: Bestätigung und neue Peilung

Auf den Fachtagen im November 2000 erhielten das Kollegium und auch die Eltern die Gelegenheit, rückblickend auf bisherige Arbeitsergebnisse und vorausschauend auf ein zukünftiges Profil den Entwicklungsprozess neu auszusteuern. Als Ergebnis dieser Fachtage entstand die erste Fassung des Schulprogramms (Schuljahr 2001/2002).

In Anlehnung an das o.g. Handlungskonzept, Entwicklungsprozesse unter Beteiligung der Betroffenen zu gestalten, wurden die Fachtage extern von Dr. Fleischer-Bickmann (LIS) moderiert. Die erarbeiteten pädagogischen Grundorientierungen sind in die Leitideen des Schulprogramms eingearbeitet worden und finden sich dort.

Das Kollegium betonte die Stärke eines guten Betriebsklimas, das sachgerechte Auseinandersetzungen erlaubte. Neben der sachbezogenen Arbeit sollte aber auch die emotionale Seite nicht zu kurz kommen: auch für Feiern und Betriebsausflüge sollte gesorgt werden. Darüber hinaus sah das Kollegium noch viele Möglichkeiten, die „Rolle“ der Lehrerinnen und Lehrer in den unterschiedlichsten Situationen zu reflektieren, z.B. in der Supervision, um die Eigenkompetenz zu steigern.

Ergebnis der Fachtage war die Bestätigung des Schwerpunktes „Wirtschaft“ mit den o.g. ersten Konturen eines eigenen Schulprofils. Es wurden aber auch neue Ziele definiert:

• Neben der inhaltlichen Arbeit am o.g. Schwerpunkt sollten Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf deutlicher unterstützt werden.

• Eine stärkere Wahrnehmung von Erziehung wurde gewünscht, z.B. in Bezug auf den Umgang zwischen Schüler(innen) untereinander, aber auch zwischen Schüler(innen) und Lehrkräften. Das Beratungssystem, insbesondere die „Konfliktbearbeitung“ sollte ausgebaut werden, zusätzlich sollten auch Möglichkeiten für ein Sozialtraining oder das Erstellen von „Verhaltensplänen“ entwickelt werden.

• Schulentwicklung ist nicht möglich ohne bauliche und materielle Verbesserung. Hierzu bedarf es einer parallelen Entwicklung, die die notwendige Infrastruktur im Blick behält: Raumfragen, Mobiliar, Bücher u.a.

 

2000 - 2003: Entscheidungen und Konsolidierung

Die begonnenen Arbeiten wurden mit Beginn des Schuljahres 2000/2001 in abteilungsübergreifenden themenbezogenen Gruppen fortgesetzt. Als übergeordnete Struktur und als Orientierungshilfe für eine längerfristig angelegte Entwicklungsarbeit sollten nun die aus den Fachtagen 2000 abgeleiteten „Handlungsfelder“ gelten.

Mit Beginn des Schuljahres 2001/2002 lagen wesentliche Ergebnisse vor, so dass die folgenden Maßnahmen umgesetzt werden konnten, die jeweils einen Beitrag zur Konsolidierung des ökonomisch/gesellschaftlichen Schwerpunktes darstellten:

Wirtschaft/ Mediennutzung

• Computerkurse wurden eingeführt: Grundkurse für die 5. und 6. Klassen, Vertiefungskurse ab Klasse 7. Die Mediothek wurde fertig gestellt, so dass zukünftig deutlicher neue Medien in den Unterricht einbezogen werden konnten.

• Der Wahlpflichtbereich I/ Realschule 7-10 wurde neu gestaltet: Neben Französisch/Spanisch standen Wirtschaftsmathematik und Business English als alternative Angebote.

• Ein Wahlpflichtbereich II/ Realschule/Gymnasium 7-8 mit themenorientierten/ wirtschaftlichen Angeboten wurde eingeführt.

• Alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und 10 sollten an einem Orientierungspraktikum und einem Berufspraktikum teilnehmen. Die Materialien wurden nach jedem Durchgang überarbeitet. Hier hat eine enge Kooperation mit der Berufsberatung stattgefunden (vgl. Mach’s Richtig 2002). Mit der Betriebserkundungswoche und den Praktika lag nun ein abgestimmtes handlungsorientiertes Konzept zur Berufsorientierung vor.

• Herausragendes Ereignis war die Verleihung des Bremer Schulpreises an das Sandcafé durch die Handelskammer Bremen.

Methodische Arbeit, Praxisbezug, Projekte und außerschulische Lernorte

• Der Schulgarten wurde ausgebaut und von verschiedenen Schülergruppen genutzt. Mit den vorliegenden Unterrichtseinheiten konnte die praktische Arbeit auch in den Unterricht einbezogen werden.

• Die Schulhofgestaltung machte Fortschritte: Ein Beach-Volleyball-Platz wurde angelegt, eine Außentür im Sandcafé eingebaut und ein Pavillon aufgestellt.

• Vorschläge für themengebundene und freie Projektwochen zum Schulhalbjahreswechsel bzw. Schuljahreswechsel konnten noch nicht abschließend behandelt werden.

Pädagogische Arbeit/ Sozialarbeit

• Im Rahmen der Fortbildungsmaßnahme von LionsQuest stand die Förderung sozialer Kompetenzen im Mittelpunkt. Einzelne Sequenzen wurden bereits in das Sozialtraining der Klassenstufen 5 und 6 integriert und sollen langfristig das Sozialklima in den Klassen verbessern.

• Informations- und Beratungssysteme für Lehrer(innen) und Schüler(innen) wurden ausgebaut.

Organisation und Öffentlichkeitsarbeit

• Im Schuljahr 2001/2002 wurde wieder eine Reihe von Außenterminen und Außenkontakten wahrgenommen. Die Schule präsentierte sich hiermit als eine der innovativen Schulen in Bremen.

Vor allem sind hier Aktivitäten zu nennen, die im Zusammenhang mit dem Schwerpunkt Arbeit/Beruf zu sehen sind. Verschiedene Male konnten konzeptionelle Ideen und Unterrichtsbeispiele einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt werden, z.B. das Konzept zur Berufsorientierung auf dem „Forum Berufsorientierung“ (Sept. 01), im Beirat Blumenthal (März u. Okt. 02), Kolleginnen und Kollegen der GEW im Rahmen einer Bundesfachtagung (Febr. 02) oder den Bremer Kontaktlehrern (März 03). Diese Präsentationen und auch weitere Ergebnisse aus der Schulentwicklung, die im Rahmen von überregionalen Projekten vorgestellt wurden (vgl. Unterstützungssysteme) sowie spezielle Einblicke in unsere Schulentwicklung durch Gesprächskontakte und Veröffentlichungen - Mitarbeit in der Rahmenplanentwicklung, am Runden Tisch Arbeitslehre und am Runden Tisch Bildung, Mitarbeit im Sonderheft Mach’s richtig/ 2002, Vorstellen der Schülerfirma bei der Eröffnung der Agentur Arbeitslehre im LIS, Kontakte mit dem LIS und dem Institut für arbeitsorientierte Bildung in der Universität, Darstellen des Schulentwicklungsprozesses in den Heften Unterricht-Arbeit+Technik-Schwerpunktheft (vgl. Literatur) u.a. – haben dazu beigetragen, dem Schulzentrum In den Sandwehen zu einem guten und anerkannten Ruf zu verhelfen.

Über die fachbezogenen Aktivitäten hinaus hat sich die Schule mit ihrer Sozialarbeit hervorgetan. Sie ist beispielsweise Partnerschule von LionsQuest. Im Rahmen eines Kooperationsprojekts des Instituts für arbeitsorientierte Bildung mit China war sie wiederholte Male Ort der Begegnung zwischen chinesischen Pädagogen, Vertretern aus der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTM) sowie der Universität Bremen und Kolleginnen und Kollegen aus unserem Schulzentrum.

Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung

• Schwerpunkt der Arbeit war die Entwicklung von Modellen zur Binnendifferenzierung in der OS. Hier lagen erste Ergebnisse in Englisch, in Deutsch und in Mathematik vor.

• Mit den Pädagogischen Leitideen für die Sekundarstufe I und den neuen Fachrahmenplänen (2001/2002) hatte die Schulbehörde den Auftrag verbunden, schuleigene Fachcurricula zu erstellen. Diesem Auftrag kamen die Fachkonferenzen nur ausnahmsweise nach.

• 2003 verabschiedeten die Gremien eine neue Hausordnung, die das selbstverantwortete Handeln zur obersten Maxime erklärte.

• Eine neue und schuleigene Form der Fortbildung - nämlich Betriebserkundungen mit anschließendem gemeinsamen Essen zu verbinden – gewinnt traditionelle Formen. Gemeinsam mit Herrn Bredemeier als Vertreter des Senators für Wirtschaft fanden in 2000-2003 Erkundungen im Schaufenster Bremerhaven, bei der Firma Astrium, im Fruchtumschlag in Bremerhaven, auf dem neuen Großmarkt in Bremen sowie bei DaimlerChrysler statt.

 

Bilanzen 2003: Unterstützungssysteme - Nutzen oder Belastung?

2003 sind die folgenden Projekte beendet worden, an denen unsere Schule beteiligt war.

Siehe abgeschlossene Projekte.

 

Außensichten 2003: Externe Evaluationen

2003 hat sich die Schule drei externen Evaluationen gestellt, die in ihrer Breite hier nicht dargestellt werden können, aus denen jedoch die folgenden Trends erkennbar sind:

Gewalterfahrungen

Unter der Leitung der Akademie für Arbeit und Politik (Prof. Dr. Th. Leithäuser) wurden Daten zum Thema Gewalterfahrungen und extremistische Deutungsmuster erhoben. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass dem Sozialverhalten und den Sozialbeziehungen innerhalb der Klassen sowie zwischen Lehrpersonal und Lernenden, strafrechtlichen Gewaltformen, dem Sicherheitsgefühl der Schülerinnen und Schülern und rechtsextremen Deutungsmustern der alteingesessenen Schülerinnen und Schüler Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte (vgl. Akademie für Arbeit und Politik: Ergebnisse der Bremer Schülerbefragung zum Thema Gewalterfahrungen und extremistische Deutungsmuster, Bremen 2003/ vgl. auch die Daten zur Schülerbefragung im Rahmen des Projekts „Demokratie lernen & leben“, DIPF 2003).

Pädagogische Entwicklungsbilanz – Eingangserhebung zur Teamentwicklung

Im Rahmen des Projekts LiT wurden Daten der Lehrkräfte und der Schülerinnen und Schüler zu Fragen des Unterrichts, zu Problemen an der Schule, zur schulischen Organisation u.a. erhoben und vom DIPF ausgewertet (Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung/ Dr. I. Plath, Dr. P. Döbrich). Die Ergebnisse haben einerseits die pädagogische Grundorientierung hinsichtlich des Wunsches nach schülerzentrierten, projektorientierten, außerschulische Lernorte nutzenden Unterrichtsformen u.a. bestätigt, andererseits auch festgestellt, dass es diesbezüglich noch einen Handlungsbedarf gibt. Aus den Antworten zur Schulorganisation wird deutlich, dass eine stärkere Kooperation und Koordination gewünscht wird (vgl. DIPF: Pädagogische EntwicklungsBilanz, 2003). Geplant ist nach Abschluss des LiT-Projekts eine weitere Erhebung, aus der hervorgehen sollte, ob die Teamentwicklung zu neuen Ergebnissen geführt hat.

Demokratische Schulkultur – Eingangserhebung zu „Demokatie lernen & leben

Im Rahmen des Projekts „Demokratie lernen & leben“ wurden Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler zur demokratischen Schulkultur und demokratischer Handlungskompetenz befragt (Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung/ Prof. Dr. E. Klieme, Dr. H.J. Abs, Dipl. Psych. M. Diedrich). Die Ergebnisse der Erhebung zeigen: Das Kollegium ist mit den Mitbestimmungsmöglichkeiten, den Entscheidungsprozessen und dem Führungsstil der Schulleitung zufrieden. Verschiedene Indikatoren zur gelebten Demokratie in der Schule bewegen sich im Vergleich zu anderen Schulen im Mittelfeld. Ähnlich verhält es sich mit den Daten zur Schülerbefragung. Auffällig ist der geringe Anteil der Schülerinnen und Schüler, die sich mehr Mitbestimmung in Bezug auf die Teilnahme an Konferenzen und am Schülerbeirat wünschen. Hier scheint der schuleigene Ansatz des Projekts, die Förderung der Arbeit des Schülerbeirats, sinnvoll zu sein (vgl. DIPF: Ergebnisse und Rückmeldungen, 2003). Nach Abschluss des Projekts ist eine zweite Befragung geplant, um die Wirksamkeit der Projektinitiativen zu prüfen.

 

 

2003 - 2004: Umbau in eine Ganztagsschule / Auf dem Wege zur Integrierten Stadtteilschule

Im November 2002 stellte die Schule den Antrag, eine offene Ganztagsschule zu werden. Dazu legte sie ein Konzept vor, das Nachmittagsangebote in den folgenden Bereichen vorsah: unterrichtsbezogene Ergänzungen, themenbezogene Vorhaben und Projekte, Unterrichtsangebote im Bereich Fördern und Fordern und Angebote zur Freizeitgestaltung. Zum Schuljahr 2003/2004 konnte die Schule bereits mit einem großen Angebot in diesen Bereichen starten. Dazu wurden zwei Sozialarbeiter und eine Schulassistentin sowie eine Fachkraft für die Bewirtschaftung der vorläufig in der Schulküche untergebrachten Mensa eingestellt. Auf den Schulverein als Träger der Ganztagsschule kamen hiermit neue und ungewohnte Aufgaben zu. Mit der Einführung der Ganztagsschule und dem Mittagsangebot wurde auch das Stundenraster verändert.

Ebenfalls im November 2002 wurde die Frage der möglichen Umgestaltung des Schulzentrums In den Sandwehen in eine Gesamtschule im Kreise der Schulzentren Blumenthals erörtert und für möglich gehalten. Der Elternbeirat hatte sich am 12. März dafür ausgesprochen, dass die Schulleitung vor dem Hintergrund dieser Situation einen Antrag auf Einrichtung einer Integrierten Stadtteilschule stellen sollte. Dies wurde auch so gestützt durch das Regionalteam (Schulaufsicht). Das Kollegium entschied sich am 19. März 2003 auf der Grundlage eines Modells einer Integrierten Stadtteilschule mit gesellschaftlich-ökonomischen Profil für den Umbau des Schulzentrums. Die Schulkonferenz schloss sich dem an. In unmittelbarem Anschluss an die Voten der Gremien stellte die Schulleitung einen Antrag bei der Schulbehörde, dem im Herbst 2003 stattgegeben wurde (Näheres zum Prozess vgl. Orientierungen zum Umbau des Schulzentrums In den Sandwehen in eine Integrierte Stadtteilschule, Reader für die Steuergruppe, 2003).

Parallel zu diesen Entwicklungen konkretisierten sich die Baupläne für die Sanierung des Schulgebäudes und für den Neubau der Musikräume und der Mensa. Da das Gebäude als Sanierungsobjekt in einen europaweiten Wettbewerb einbezogen wurde, verzögerten sich zwar die Planungsarbeiten, führten aber schließlich zu Lösungen, mit denen die Schule sehr zufrieden war.

 

 

Fachtage 2003: Impulsveranstaltung für die Integrierte Stadtteilschule

Mit den Fachtagen im November 2003, die wieder extern von Dr. Fleischer-Bickmann (LIS) moderiert wurden, startete das Kollegium in die inhaltliche Arbeit. Aus der Stärken-Schwächen-Analyse wurde deutlich, dass das Schulzentrum im Verlaufe seines Entwicklungsprozesses seine Stärken ausbauen konnte, dass aber noch einige Mängel abgestellt werden müssten. Auf dieser Grundlage und im Kontext der neuen Herausforderungen entwickelte das Kollegium Arbeitsaufträge an die Steuergruppe, die in anschließenden Arbeitsprozessen strukturiert wurden:


Zum Qualitätsbereich „Unterricht“ – Gestaltung der Gesamtschule

Insbesondere zu neuen Unterrichtsformen bzw. zur Differenzierung gab es noch große Unsicherheiten. Hier wünschte sich das Kollegium Informationen, das notwendige Handwerkszeug und eine deutliche Unterstützung.

Zum Qualitätsbereich „Curriculum“ – Profilbildung und schulinterne Lehrpläne

Das als Idee existierende Modell einer Integrierten Stadtteilschule mit Profil sollte deutlicher herausgearbeitet werden. Wie ist die Profilbildung zu realisieren? Was können die einzelnen Fächer/Fachbereiche dazu beitragen? Die Fachberatungen wurden aufgefordert, ein schulinternes Curriculum zu erarbeiten, das den Stadtteilbezug aufnimmt und an dem sich die Jahrgangsteams orientieren können.

Zum Qualitätsbereich „Schulkultur“ – Schule als Lern- und Arbeitstätte

Schule ist mehr als Ort für die Wissensvermittlung. Sie ist durch attraktive Projekte, Freizeitangebote und entsprechende räumliche Gestaltung auszubauen.

Zum Qualitätsbereich „Lehrerprofessionalität“ – Fortbildung für neue Aufgaben

Lehrerfortbildung wurde insgesamt in allen Bereichen gefordert, die neu waren: Differenzierung, fachliche Qualifikation für „neue“ Fächer, Kompetenzen für curriculare Arbeit u.a.. Als Hilfe wurden auch Schulbesuche in Gesamtschulen gesehen, um Ideen für die Gestaltung der eigenen Schule zu erhalten.

Zum Qualitätsbereich „Schulmanagement“ – den Umbau sorgfältig planen und durchführen

Das Kollegium hatte ein großes Bedürfnis, die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Gesamtschule zu erfahren. Für den Start ins Schuljahr 2004/2005 wurden Entscheidungen erwartet (Klassenlehrer, Jahrgangsteam, Ganztagsklassen u.a.). Die Öffentlichkeitsarbeit in dieser Umbruchphase sollte sorgfältig vorbereitet und durchgeführt werden.

Zum Qualitätsbereich „Entwicklung – Ziele und Strategien“ - die Arbeit der Steuergruppe

Bereits vor der Impulsveranstaltung hatte sich eine Steuergruppe konstituiert, die dafür verantwortlich war, dass die Ergebnisse des Kollegiums strukturiert und in konkrete Arbeitsaufträge einmündeten. Um dies kompetent leisten zu können, nahm die gesamte Gruppe an einer Fortbildung zum Projektmanagement teil (Leitung: Dr. Voeth).       

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